Bisher war der Einsatz von Google Analytics in Deutschland eine Grauzone, denn nach deutschem Datenschutz müssen die personenbezogenen Daten, wie die eigene IP-Adresse, auch in Deutschland gespeichert werden. Dies war und ist aber nicht der Fall, denn wie ein traceroute der Google Analytics IP (74.125.39.99) ergibt, liegen die Server in Kirkland (USA). Im Analytics Blog wurden heute einige Änderungen veröffentlicht, um die Privatsphäre der User herzustellen, womit das Datenschutzproblem in Deutschland wieder behoben sein dürfte. Die Änderungen sind zum einen die Verschleierung der Benutzer-IP auf Server-Seite und zum anderen ein Plugin zur Deaktivierung von Analytics-Code auf Client-Seite.
Analytics Code auf Serverseite anonymisieren
Bei der Verschleierung der User-IP werden die letzten zwei Stellen der IP-Adresse gelöscht, somit ist kein Rückschluss auf den Webseitenbesucher mehr möglich und die Anonymität dürfte gegeben sein. Natürlich ist ein Tracking der Benutzer mit dieser Einstellung nicht mehr so genau wie vorher. Statt der Städte-genauen Ortung ist jetzt nur noch der Ort des Providers erkenntlich. Aufgrund des kostenlosen Angebots von Analytics und der Datenschutz-Konformität ist dies wohl gerne hinzunehmen.
Beim Einbau des Tracking Code muss lediglich ein Aufruf der Funktion _anonymizeIp() hinzugefügt werden. Ein veraltetes Codegerüst könnte nun so aussehen; der eigene Kontoname sei statt “UA-???????-?” noch einzusetzen:
var gaJsHost = ((“https:” == document.location.protocol) ? “https://ssl.” : “http://www.”);
document.write(unescape(“%3Cscript src=’” + gaJsHost + “google-analytics.com/ga.js’ type=’text/javascript’%3E%3C/script%3E”));
</script>
<script type=”text/javascript”>
try {
var pageTracker = _gat._getTracker(“UA-???????-?”);
_gat._anonymizeIp();
pageTracker._trackPageview();
} catch(err) {}</script>
Wer sich jetzt im Google Anylytics Konto einloggt und den Code für seine Seite nachträglich abrufen möchte, sucht wahrscheinlich lange. Ich musste mich dafür auch erst mal mit der Hilfe vertraut machen – Usability sechs. Hier ist Weg zum Anylytics Code:
- Einloggen
- Profil auswählen und auf Bearbeiten klicken
- Oben rechts im Feld “Profilinformationen für Hauptwebsite” auf “Status prüfen” klicken.
Der aktuelle Code für asynchrones Tracking arbeitet nicht mit direkt mit der “_gat” Klasse, sondern mit der “_gaq” Klasse. Möchte man hier auch einen Aufruf von anonymizeIp, geht dies wie folgt:
_gaq.push(['_setAccount', 'UA-???????-?']);
_gaq.push(['_gat._anonymizeIp']);
_gaq.push(['_trackPageview']);(function() {
var ga = document.createElement(’script’); ga.type = ‘text/javascript’; ga.async = true;
ga.src = (‘https:’ == document.location.protocol ? ‘https://ssl’ : ‘http://www’) + ‘.google-analytics.com/ga.js’;
var s = document.getElementsByTagName(’script’)[0]; s.parentNode.insertBefore(ga, s);
})();</script>
Analytics auf Clienseite ignorieren
Auch als Betroffener selbst kann man etwas für seine Privatsphäre tun, man muss nur ein Plugin von Google installieren, welches den Analytics-Code auf Webseiten ignorieren soll. Das Plugin funktioniert nur mit Internet Explorer 7 und 8, Firefox 3.x und Chrome. Nutzer von Opera und Safari können sich also nicht verstecken. Mehr zum Thema Google und Datenschutz findet man im Datenschutz-Center von Google selbst oder im Artikel ”Was man über Google wissen sollte“, auf den ich auch in den Webdesign Links vom April hingewiesen habe.
Fazit

Buchempfehlung: "Google Analytics: Implementieren. Interpretieren. Profitieren" Das Standardwerk, wenn man sich tiefer und professioneller mit Google Analytics beschäftigen möchte
Es hat für mich den Anschein, als ob man nun mit der serverseitigen Änderung keine Probleme mit dem deutschen Gesetz bekommt. Da ich jedoch kein Rechtsanwalt bin, ist dies auch keine rechtsgültige Auskunft. Ob der oben genannte Code auch funktioniert, kann ich nicht 100%ig bestätigen, da ich kein zusammenhängendes Beispiel gefunden habe und weil es technisch gesehen immer noch Google’s Sache ist, das anonyme Tracking mit dem Aufruf von anonymizeIp entsprechend zu befolgen.
UPDATE 23:00 Uhr, 26.05.
Es heißt “_gat._anonymizeIp();” und nicht wie logisch schlussgefolgert “pageTracker._anonymizeIp();”. Das Code-Beispiel wurde berichtigt. Bei der neuen Code-Variante (2. Code-Beispiel) funktioniert der Aufruf von “_gaq.push(['_anonymizeIp']);” noch nicht, es ist also der alte Code aus dem ersten Beispiel zu verwenden.
UPDATE 28.05.
Mehr zu diesem Thema, sowie eine Erweiterung der Datenschutzerklärung, welche man auf seiner Seite einbauen sollte, habe ich im Artikel “Google und Datenschutz: Google Analytics erfüllt zentrale Forderung der Datenschutz-Aufsichtsbehörden” auf gruenderszene.de gefunden.
UPDATE 07.06.
So, nun soll auch die aktuellere Version des Analytics-Codes funktionieren. Das zweite Code-Beispiel auf dieser Seite wurde verbessert.
- Falsch: _gaq.push(['_anonymizeIp']);
- Richtig: _gaq.push(['_gat._anonymizeIp']);
Diese Information kam nicht etwa von Google, sondern von dem aufmerksamen Leser Prof. Dr. Andreas Westfeld der HTW Dresden, der mich per Email darauf aufmerksam machte.







